Seifersdorfer Ortschronik

erhältlich für 9,99€

Infos unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Südöstlich wird das Territorium von Seifersdorf durch die Ufer der Talsperre Malter auf einer Länge von ca 1050 Metern begrenzt; dadurch ist der Ort  Anlieger des herrlich gelegenen Wasserreservois im Tal der Roten Weißeritz. 

 

 

 

 

Luftbild der Talsperre Malter

 

 

Die Vorgeschichte des Talsperrenbaues reicht bis zum Jahre 1864 zurück. Infolge der Auswirkungen der außerordentlich trockenen Jahre 1862/63 richteten die Besitzer der an der Roten und vereinigten Weißeritz gelegenen Triebwerke von Dippoldiswalde und dem Plauenschen Grund ein Gesuch an das königliche Finanzministerium, in dem um die Errichtung von Sammelteichen gebeten wurde. Von einschneidender Bedeutung zur Unterstützung des Talsperrenbaues waren die zunehmende Verschmutzung der Weißeritz durch Haushalt,- Gewerbe und Industrieabwässer, sowie die verheerende Hochwasserkatastrophe im Juli des Jahres 1897, deren materieller Schaden außer dem nicht messbaren Unheil etwa 6 Millionen Mark betrug. Aufgrund dieser Tatsachen wurde nach umfangreicheren technischen und wirtschaftlichen Vorbereitungen im Jahre 1908 mit den Bauarbeiten für die Talsperre Malter begonnen.  

 

                                     

             

 Das ehemalige Seifersdorfer Haus

 

 

 

Bevor die Sperrmauer errichtet werden konnte, wurden 44 Gebäude durch die Weißeritztalsperrengenossenschaft erworben, dazu zählen das  zu Seifersdorf gehörende Wohn-Wirtschaftshaus der Familie Tittel (Im oberen Bild schwarz umrandet),  neben den Paulsdorfer Malter und Dippoldiswalder  Wohn,- Nutz und Mühlgebäuden, zu welchen die Tennertmühle und die Rote-Mühle in Dippoldiswalde, die Malter-Mühle in Paulsdorf gehörte welche abgetragen wurden. Zudem wurden 135ha Land in den Fluren Seifersdorf ,,von 10 Grundstücksbesitzern", Paulsdorf, Malter, Berreuth, Dippoldiswalde und dem Staatsforstrevier Karsdorf erkauft. Um den Bau der Sperrmauer zu ermöglichen wurde ein 200 m langer Umlaufstollen für die Weißeritz durch sehr dichten Biotitgneis getrieben. Als Ingenieur war ein Herr Kowarzik am Talsperrenbau beteiligt, welcher in der Villa 1900 am Walde in Seifersdorf wohnte.

                                    

 

Das Sperrmeisterhaus

 

Der Grundstein zum Baubeginn der Staumauer wurde am 28. September 1911 gelegt, am 4. Juli 1912 fand in der Maltermühle eine Versammlung  mit den Gemeinderäten der anliegenden Ortschaften statt, um die Gemeindegrenzen zwischen Seifersdorf und Paulsdorf zu verlegen, sodass sich heute 13ha von der Seifersdorfer Flur  im Stauraum der Talsperre befinden. Die Gemeinderäte von Seifersdorf waren zu 11 Personen mit den Gemeindevorsteher und Gemeindeältesten anwesend.  

 

 

Die Sperrmauer in Seifersdorf

 

Weiterhin machte sich die Verlegung der Eisenbahntrasse zwischen Spechtritz und dem oberen Ende der Vorsperre  in Dippoldiswalde erforderlich. Unseres jetziges Bahnhofsgebäude wurden 1908/1910 errichtet. Die vorherigen Bahnanlagen befanden sich unterhalb der heutigen Gaststätte ,,Zum Weißeritztal" . Die alte Bahnstrecke verlief dort, wo sich heute im Tal neben der Roten Weißeritz ein schöner Wanderweg anbietet. Die alte Talstraße von der heutigen Kreuzung am Seifersdorfer Bad bis Dippoldiswalde wurde auf einer Länge von 5,5 Kilometer entlang, oberhalb der Uferkante verlegt. Sie erhielt den Namen ,,Neue Straße" Das Teilstück von Seifersdorf und Malter  vorbei am Sperrmeisterhaus zum Seifersdorfer Bad wurde 1909, der fortlaufende Wegabschnitt über Paulsdorf nach Dippoldiswalde bis 1913 fertiggestellt.  Insgesamt 3 Brücken wurden über den Bormannsgrund, Lämmergrund, Tännichtgrund und ein verrohrter Damm über den Seifengrund für die Straße erbaut. Im Laufe der Jahre wurde der Großteil der Straße umbenannt.  Mitte September 1913 war das Werk vollendet.  Am 7. September 1913 wurde die 8,7 m3  Millionen, 84ha  große Talsperre durch Superintendent Kempel und den Sächsischen Kronprinzen Georg und Prinz Friedrich Christian, der Majestät dem König Friedrich August III,  welcher auf der ,,Neuen Straße von Seifersdorf zur Sperrmauer angefahren wurde, eingeweiht.

 

 

 

  Einweihung der Talsperre

 

 

 

Quelle: Unser Heimatdorf - Broschüre zur 700 Jahrfeier Seifersdorf, Seifersdorf Unsere Heimat von Christoph Beger.Veränderung der Gemeindegrenzen zwischen

Seifersdorf und Paulsdorf zufollge der Talsperrenbau bei Malter 1912-1922 Staatsarchiv Dresden , Akte Amthauptmannschaft Dippoldiswalde Nr 304.

Bildquelle: Nr990 A&R Adams, Kunstverlag,Dresden-A-1,Annenstraße26, Adams Kunsverlag Dresden Am See 18,NoL09 A&R Adams Kunstverlag Dresden Annmenstraße

26. Broschüre zur 700 Jahrfeier Seifersdorf.  Bild: das ehemalige Seifersdorfer Haus-Deutsche Fotothek Aufnahmenummer df 0252898 datensatzobjnr 33083399 

 

Joomla Template by Joomla51.com