Seifersdorfer Ortschronik

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Es befand  sich in der Ortsmitte und war das zweitgrößte Gut, mit Wohn-, Stall- ,Schank- und Amtsstube, gegenüber die Scheune und zwischen den Gebäuden ein großes Seitengebäude mit Hoftordurchfahrt, später einem angrenzenden Hoftor. Entstanden ist es mit der Gründung des Ortes und könnte in den ersten Jahren dem Lokator ( Siegfried) gehört haben, als Entlohnung wie es zur damaligen Zeit üblich war. 1594 wird im Ort ein Richter, 1654 das Gut selber in einem Kaufvertrag erwähnt, in welchem der Orstrichter David Friedrich seinem Stiefsohn Samuel Böhme den Hof mit dem Gerichtsbarkeiten übergab. Der Besitzer war zugleich Erbrichter, welchem die Patrimonialgerichte unterlagen. Die Verhandlungen darunter Grundstücksverkäufe und Streitigkeiten unter den Einwohnern, wurden an der Gerichtslinde und in der Gericht,-Schankstube abgehalten, als behelfsmäßiges Gefängnis diente das am Kirchweg  abgetragene Spritzenhaus. 1838 wird das Erbgerichtssiegel das einen krönenden Engel zeigt erwähnt. Es wird angenommen das der erste Schulunterricht hier mit stattfand. Die  Felder und Wiesen des Erbgericht lagen direkt hinter diesem in Richtung Seifen und zwischen dem Paulshainer-Kirchweg (Bergstraße) bis zum Borlasbach. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es  aufgelöst, 1654 wird es mit 1 Hufe, 1820 mit 3/8 Hufen beziffert. Neben der Scheune ließ Samuel Bürger ein Auszugshaus mit eingebauten Kuhstall errichten, welches er 1763 ohne Konfession an Johanne Sophie Hamann geborene Helbig verkaufte und vom Erbgericht heraustrennen ließ nebst Garten, die Besitzer mussten Jährlich 4 Groschen an das Erbgericht Zahlen. 1845 wird das Gut als ,,Lehngut“ nebst Gasthof erwähnt. Die Scheune des alten Gutes brannte 1947 ab, das Wohnhaus wurde einige Zeit später abgetragen. Im Jahre 1831 wurde das heutige Erbgerichtschankhaus vom Besitzer Johann Gottlieb Pietzsch, der das Grundstück von der Witwe des vorhergehenden verstorbenen Erbrichter Christian Heinrich Querner,  Johanne Caroline Querner geborene Heinrich, welche in Zweiter Ehe mit dem Käufer Pietzsch verheiratet war 1829 kaufte, erbaut. Im Jahre 1968 wurde es durch einen Saal ergänzt. Heute steht es leer und wartet auf bessere Zeiten.

 

 

 

Erbrichter von Seifersdorf

  • 1654 David Friedrich
  • 1654 Samuel Böhme
  • 1696 Michael Hofmann
  • 1716 Samuel Hofmann
  • 1744 Samuel Hamann
  • 1763 Samuel Bürger
  • 1815 Christian Heinrich Querner
  • 1841 Johann Gottlieb Pietzsch

 

 

Quellen:  Seifersdorf Unsere Heimat von Christoph Beger, Unser Heimatdorf von Johannes Arnold. Beschreibung von Sachsen und der Ernestinischen,Renßischen und Schwarzburgischen Lande durch Albert Schiffner 1845. Zeichnung, Seifersdorf bei Rabenau  von Johann Friedrich Wilhelm Wegener 1839. Flurbuch über Seifersdorf 1842 Bestand des Staatsarchiv Dresden,Katasteramt Dippoldiswalde Nr 851-10803, Sächsische Volkskunde Dr Robert Wuttke 1900. Kaufvertrag 1654,Kaufbücher Staatsarchiv Dresden. Liste der Erbrichter nach Erwähnung in Kaufbüchern Grundstücksverkäufe Seifersdorfer Bürger  Staatsarchiv Dresden.

 

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