Die Barbarakapelle befindet sich am Klausenweg in der Dippoldiswalder Heide, und trägt den Namen des Schutzheiligen der Bergleute. Ursprünglich wurde Sie als Klausenkirche benannt. Der Schlossherr Sigismund von Maltitz, dem Dippoldiswalde gehörte ließ diese Kapelle um 1500 erbauen (Er selbst Verstarb 1525).  Sie diente als Wahlfahrtsort für die Wahlfahrer von Dippoldiswalde nach Altzella. Im Jahre 1539 ließ der Bruder des Erbauers, Bischof Johann VIII von Maltitz aus Besorgnis vor geheimen Zusammenkünften der Anhänger der Reformation sie zerstören, nachdem der letzte Kaplan die Bergleute zum reformierten Gottesdienst aufgerufen hatte. Oberhalb des neben der Kapelle gelegenen Antoniusbrunnen soll nach einer Sage der Kirchendiener Antonius in einer Klause gewohnt haben. Von dem letztgenannten Brunnen entspringt das Barber- Flüsschen, welches unterhalb in die Oelsabach mündet.

Im Jahre 1814 berichtet August Schumann in seinem Vollständigen Staats, Post und Zeitungslexikon von Sachsen ,, am Wege nach dem Dorfe Oelsa stehen mitten im Walde 6 Ellen hohe und 1 ½  Ellen dicke Mauern die Ruinen einer Kapelle der heiligen Barbara"

Das Kapellenschiff ist 13 Meter breit und 16 Meter lang, welchen sich östlich der Altarraum mit den Maßen von 6,60 Meter anschließt. Vom Artillerie Leutnant Otto Rothmaler wurde im Jahre 1856 eine erste Kapellenzeichnung gefertigt, im Jahre 1881 wurde sie teilweise wieder aufgebaut. Der Altar der Kapelle wurde von den Maltitzern im Jahre 1539 mit nach Böhmen genommen, was Jüngste Geschichtsforschungen herausfanden. Als Reste der baulichen Ausschmückung ist das gotische Vorhangfenster im Altarraum erhalten geblieben. Heute findet in dieser Schlichten Kapelle jedes Jahr zu Himmelfahrt ein Gottesdienst statt.  

 

 

alt

 

 

Gen Westen, auf des sanften Hügels Haupt dort,

Von wo die Sonn` im Untergang.

Des Städtchens Mauern, die im Tal gerötet stehn,

Mit ihrem letzten Gruß bestrahlt.

Erhob sich einst ein schön gebautes Gotteshaus,

genannt zur Heiligen Barbara.

Die als des Städtchen Schutzpatronin ward verehrt,

Als Frömmigkeit im Land noch war.

Jetzt liegt die Stätte längst vom Beter unbesucht.

Ein Buschbewachsener Trümmerfall.

Die Mauern vor des Wandrers Blick vom Waldgesträuch

Versteckt hindurch das ganze Jahr.

Bis Herbst die Blätter von den kahlen Zweigen streift:

Zum Fest der heiligen Barbara.

Blick dann die Kuppel aus dem lichten Strauchgeripp

Als mahnende Ruin ins Tal.

 

Von Friedrich Rückert 1843

 

Quellen: Bau und Kunstdenkmäler 1883, Chronik von Konrad Knebel 1918, Seifersdorf unsere Heimat von Chrisoph Beger 1998, Vollständiges Staats,Post und Zeitungslexikon von Sachsen 1814.   

 

 
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